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Otto-Ubbelohde-Preis 2006

24. Mai 2006
 

  Pressemitteilung 179/2006

Otto-Ubbelohde-Preisträger 2006 stehen fest

Prof. Dr. Helge-Ulrike Hyams, Ellen Staufenberg und die Künstlergemeinschaft Werkstatt
Radenhausen sind die Preisträger

 
 
Marburg-Biedenkopf – „Zum zwanzigsten Mal wird in diesem Jahr der Otto-Ubbelohde-Preis verliehen und die hohe Anzahl von 52 sehr guten Bewerbungen zeigt dem Kreisausschuss und der Jury, dass der Preis in dieser Zeit eine sehr hohe Bedeutung gewonnen hat. Allerdings macht es die Vielzahl starker Bewerbungen der Jury auch nicht gerade einfach, sich aus den Vorschlägen nur auf drei Preisträger zu einigen. Das alles spricht aus meiner Sicht sehr für den Otto-Ubbelohde-Preis“, so Landrat Robert Fischbach. Er ermunterte die Bewerber und Vorschlagenden ihre Bewerbungen auch im kommenden Jahr aufrecht zu erhalten.
 
Mit der Verleihung des Preises wollen Kreistag und Kreisausschuss das Bewusstsein für die Erhaltung und Pflege der heimischen Kunst, der Denkmalpflege, der Geschichte und des Brauchtums sowie der Beschäftigung mit dem Werk Otto Ubbelohdes stärken.
 
In diesem Jahr schlug die Jury in Ihrer Sitzung am 22. Mai dem Kreisausschuss die drei Bewerber als Preisträger vor. Dieser Vorschlag wurde dann vom Kreisausschuss in seiner Sitzung am 24. Mai auch so beschlossen. Der Otto-Ubbelohde-Preis 2006 - dotiert mit jeweils 700 Euro – geht an
-          Frau Prof. Dr. Helge-Ulrike Hyams aus Marburg,
-          Frau Ellen Staufenberg aus Neustadt und an
-          die „Künstlergemeinschaft Werkstatt Radenhausen“, Amöneburg.
 
Die Überreichung der Preise soll im Juli 2006, im Schloss in Biedenkopf im Rahmen einer Feierstunde erfolgen.
 
 
Hintergrundinformationen
 
Prof. Dr. Helge-Ulrike Hyams, Marburg
Helge-Ulrike Hyams ist Professorin für Pädagogik in Bremen und Mutter von vier Kindern. Sie ist Begründerin und Leiterin des Kindheitsmuseums in Marburg/Lahn. 1979 gründete Prof. Hyams gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Charles Barry Hyams das Marburger Schul- und Kindheitsmuseum in der Ende des 19. Jahrhunderts erbauten gründerzeitlichen „Hüterischen Villa" am Barfüßertor 5. Ihre ursprünglich getrennten Sammlungen wurden zum Grundstock des Museums: die Sammlung der Pädagogin mit dem Schwerpunkt auf Kindheitsgegenständen und Spielzeug vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte und die Sammlung des Ethnologen, die im Wesentlichen aus Schul- und Kinderbüchern sowie Lehr- und Lernmitteln besteht und mit einzelnen Exemplaren bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Noch heute, lange nach dem frühen Tod ihres Mannes wird das Museum in privater Trägerschaft mit großem Engagement von Frau Prof. Hyams geführt und macht es Schulklassen und Kindergruppen möglich, sich mit der Kindheit vergangener Jahrhunderte in einer einmaligen Umgebung auseinander zu setzen. Dabei handelt es sich nicht um ein „Silentium-Museum“, sondern um ein kommunikatives historisches Museum, dessen Programm durch zahlreiche Zusatzveranstaltungen (wie etwa Lesungen, Theatervorstellungen etc.) ergänzt wird.
 
Unter der Schirmherrschaft von Paul Spiegel, des kürzlich verstorbenen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, wurde 2002 in Berlin die Ausstellung „Jüdisches Kinderleben im Spiegel jüdischer Kinderbücher“ der Universitätsbibliothek Oldenburg und des Kindheitsmuseums Marburg in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin eröffnet. Hier hat Frau Prof. Hyams wichtige Beiträge geleistet und besondere Exponate zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung wurde u.a. auch in Montreal, Saloniki und Frankfurt am Main gezeigt.
 
Der Kreisausschuss würdigt das langjährige ehrenamtliche Engagement von Prof. Dr. Helge-Ulrike Hyams mit der Verleihung des Otto-Ubbelohde-Preises 2006.
 
Ellen Staufenberg, Neustadt
Seit dem Jahr 2001 leitet Ellen Staufenberg eine Mundart AG an der Grundschule Mengsberg-Momberg. Die Idee dazu entstand in Zusammenarbeit mit der damaligen Klassenlehrerin ihres Sohnes, Hedwig Opper. Innerhalb einer Projektwoche zum Thema Märchen, bot Frau Staufenberg ihre Mitarbeit an, woraufhin ein Märchen in Mundart entstand. Seither findet wöchentlich je eine Unterrichtsstunde in Mundart für Schüler und Schülerinnen der Klassen 3 und 4 an der Schule statt.
 
In der Mundart AG wird Heimatgeschichte besprochen und es wird in den Heimatchroniken der beiden Dörfer Mengsberg und Momberg gelesen. Es werden Besuche im Heimatmuseum in Mengsberg gemacht (wo man die Schwälmer Trachten ansehen kann und eine alte Spinnstube), heimisches Brauchtum erprobt (Osterbräuche, Spinnstube als „Freizeitbeschäftigung" und vor allem die heimischen Mundarten in Form von Theaterstücken, Sketchen und ähnlichem gepflegt und gelernt.
 
Frau Staufenberg hat stets ehrenamtlich und mit großem Engagement gearbeitet und zu Monatsfeiern, Jubiläen, Sommerfesten usw. mit vielen verschiedenen Stücken beigetragen.
 
Die Jury begrüßte dieses Engagement in der Grundschule zum Erhalt der heimischen Mundart und zur Sensibilisierung für die Heimatgeschichte bei den Schülerinnen und Schülern. Der Kreisausschuss würdigt das mundartliche und heimatgeschichtliche Engagement von Ellen Staufenberg mit der Verleihung des Otto-Ubbelohde-Preises 2006.
 
 
Künstlergemeinschaft „Werkstatt Radenhausen“, am Fuße der Amöneburg
Die Künstlergruppe Werkstatt Radenhausen ist ein Zusammenschluss von neun Künstlerinnen und Künstlern aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf. Es sind dies Manfred Drechsel, Liesel Haber, Lies Kruschwitz, Antonia Mösko, Burgi Scheiblechner, Klaus Schlosser, Hans Schohl, Margarete Trümner und Gerda Waha. Domizil der Gruppe sind seit 1998 zwei Häuser des Rittergutes. Dort befinden sich die Atelierräume sowie eine von allen Künstlern gemeinsam genutzte Druckwerkstatt für Hoch- und Tiefdruck.
 
Ziel der Ateliergemeinschaft ist ein intensiver Gedankenaustausch, Anregung und Kritik sowie insgesamt eine lebhafte kulturelle Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit. Ganz bewusst wurde von der Gruppe auf eine Vereinsgründung verzichtet, um die bestehende selbst bestimmte Organisationsform zu erhalten. Ein Besuch der Atelierräume und Druckwerkstatt ist nach vorheriger Absprache jederzeit möglich. Höhepunkt des Kunstjahres derWerkstatt Radenhausen ist das Sommerfest mit gemeinsamer thematischer Ausstellung im alten Kornspeicher des Guts.
 
Die Künstlerinnen und Künstler der Werkstatt Radenhausen haben sich „einen Namen“ weit über unseren Kreis hinaus gemacht. Sie arbeiten engagiert und offen für die Bevölkerung. Ihre künstlerischen Arbeiten und Techniken weisen eine große Bandbreite auf und offenbaren ein großes kreatives Potenzial. Die jährlichen Atelierfeste sind stets sehr gut besucht.
 
Otto Ubbelohde war seinerzeit selbst in Künstlergruppen in Worpswede und Willingshausen aktiv und kannte den besonderen Reiz dieser Gemeinschaften. Dort, wo mehrere Künstler aktiv arbeiten, entstehen besonders interessante Ideen.
 
Die sechs Künstlerinnen und die drei Künstler haben durch ihr engagiertes Arbeiten der Künstlerszene in Marburg-Biedenkopf auch ihren Stempel nachhaltig aufgedrückt. Der Kreisausschuss würdigt das künstlerische Engagement der Künstlergemeinschaft „Werkstatt Radenhausen“ mit der Verleihung des Otto-Ubbelohde-Preises 2006.