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Otto-Ubbelohde-Preis 2007

Marburg, 6. Juli 2007
 

 

Pressemitteilung 250/2007

Otto-Ubbelohde-Preise 2007 wurden im Schloss in Biedenkopf
feierlich überreicht

 Preisträger des Jahres sind Gisela Maria Beck, Hans Uffe Boerma und der Sanierungsausschuss der
Kirche in Breidenbach


Marburg-Biedenkopf – In einer feierlichen Festveranstaltung im kreiseigenen Schloss in Biedenkopf übergab Landrat Robert Fischbach die mit jeweils 1.000 Euro dotierten Otto-Ubbelohde-Preise des Jahres 2007 an Gisela Maria Beck, Hans Uffe Boerma und den Sanierungsausschuss der Kirche in Breidenbach. Zum einundzwanzigsten Mal seit 1987 wurde in diesem Jahr der Otto-Ubbelohde-Preis verliehen. „Die erneut sehr hohe Anzahl von 53 größtenteils sehr guten Bewerbungen in diesem Jahr zeigt dem Kreisausschuss und der Jury, dass der Preis nach wie vor eine sehr hohe Bedeutung im Landkreis hat. Die Jury, der ich recht herzlich für deren Arbeit danken möchte, hat hier immer die Qual der Wahl aus den vielen guten Bewerbungen ‚nur’ drei Preisträger zu jurieren. Positiv formuliert heißt das aber auch, dass wir noch viel Potenzial an würdigen Preisträgerinnen und Preisträgern haben“, so Landrat Fischbach. 

Der Otto-Ubbelohde-Preis stellt die höchste Auszeichnung im Bereich Kultur für den Landkreis Marburg-Biedenkopf dar. Mit der Verleihung des Preises wollen Kreistag und Kreisausschuss das Bewusstsein für die Erhaltung und Pflege der heimischen Kunst, der Denkmalpflege, der Geschichte und des Brauchtums sowie der Beschäftigung mit dem Werk Otto Ubbelohdes stärken. Der Preis sei nicht nur eine Auszeichnung im Sinne der Anerkennung ehrenamtlicher und künstlerischer Arbeit, sondern weise auch auf beispielgebende Initiativen und Arbeiten hin. Nicht zuletzt solle der Preis natürlich auch ein Ansporn für die Preisträger sein, ihren Weg fortzusetzen, erklärte der Landrat. Er glaube für die Gremien des Landkreises sagen zu können, dass dieser Preis für die Ausgezeichneten einen sehr hohen ideellen Wert habe, aber auch für den Landkreis eine hervorragende Möglichkeit böte, Frauen, Männer, Vereine und Gruppen sowie Initiativen auszuzeichnen, die sich in besonderer Weise engagiert haben oder aber sich durch ihre künstlerische Leistung hervorgetan haben.

 

Gisela Maria Beck aus Steffenberg

Seit vielen Jahren leitet Gisela Maria Beck das inzwischen nach ihr benannte Schauspielensemble der Volkshochschule des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Seit rund fünfzig Jahren gibt sie ihre Theater-Erfahrungen an begeisterte, interessierte Teilnehmer ihres Kurses weiter. Immer wieder gelingt es ihr, die Gruppe zu Höchstleistungen anzuspornen. Ihr sind seit Jahrzehnten hervorragende Inszenierungen gelungen. Alle Stücke und deren Umsetzung sind von hohem Niveau. Ihr Einsatz dabei ist selbstlos. Parallel laufen häufig Proben für drei bis vier Stücke. Die von der vhs angesetzten und bezahlten Stunden reichen dafür bei weitem nicht aus, das heißt sie bringt sich darüber hinaus in einem großen Maß zusätzlich ein. Frau Beck fordert die Mitglieder des Ensembles, bildet sie sprachlich-musisch und zeigt ihnen, was Theater sein kann. Seit etwa 50 Jahren ist sie im heimischen Raum im Theaterbereich und als Leiterin der vhs - Theatergruppe tätig. Ihr Einsatz geht weit über den einer Kursleiterin der vhs und weit über den üblichen Rahmen hinaus. Frau Beck wird hiermit für ihren unermütlichen Einsatz für das Theaterspielen und damit auch für ihre Lebensleistung ausgezeichnet.

Der Kreisausschuss würdigt den fünf Jahrzehnte währenden Einsatz von Gisela Maria Beck für das Theaterspielen im Landkreis mit der Verleihung des Otto-Ubbelohde-Preises 2007.

 

Hans Uffe Boerma, aus Wetter

Hans Uffe Boerma erbringt in vielfältiger Weise auszeichnungswürdige Leistungen. Seit September 1993 ist Herr Boerma ehrenamtlicher Stadtarchivar der Stadt Wetter. Das seinerzeit eingerichtete Stadtarchiv in der sanierten Klosterbergschule hat er selbst aufgebaut. Dieses Archiv verwaltet heute mehrere Tausend historische Akten, Bände alter Amtsbücher, Gesetzessammlungen und rund 500 Bände der Bücherei, verschiedene Materialien wie Mitteilungsblätter der Stadt Wetter und der Partnergemeinden, Karten, Lagepläne, Plakate, Fotos, Filme, Kassetten und alles, was für die Nachwelt erhaltenswert ist und Zeugnis über das heutige Leben ablegt. Das Stadtarchiv ist für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich. Der Jury war es besonders wichtig, dass sich Herr Boerma mit dem jüdischen Leben in Wetter auch zur Zeit des Nationalsozialismus auseinandergesetzt hat sowie über die jüdische Synagoge in Wetter zwei Veröffentlichungen vorweisen kann. Im Rahmen der Restaurierung der Synagoge wirkte er mit und er ist Mitglied im Vorstand des Träger- und Fördervereins der ehemaligen Synagoge Wetter e.V.

Herr Boerma zeichnete verantwortlich für eine Vielzahl an Veröffentlichungen über die Stadt Wetter und Stadtteile. Darüber hinaus ist Boerma im Geschichtsverein Wetter seit 1989 im Vorstand tätig und für den Verein aktiv. Außerdem findet er auch noch die Zeit dazu, Kirchenführungen für die Evangelische Kirchengemeinde durchzuführen. Hans Uffe Boerma sorgt für das Gedächtnis der Stadt Wetter und setzt sich intensiv für die Pflege der Archivalien der Stadt ein und er engagiert sich, wenn es um Fragen der Synagoge in Wetter geht.

Der Kreisausschuss würdigt das langjährige lokalgeschichtliche Engagement von Hans Uffe Boerma mit der Verleihung des Otto-Ubbelohde-Preises 2007.

 

Sanierungsausschuss der Kirche in Breidenbach,

Der Sanierungsausschuss der Kirchengemeinde von Breidenbach zeigt vorbildlich, wie diese Funktion im Zusammenhang mit anstehenden Sanierungsmaßnahmen verantwortlich ausgefüllt, und wie die Bauabläufe mitgestaltet werden können. Er überließ die notwendigen Entscheidungsfindungen in Bezug auf terminliche Abläufe, auf technische Lösungsvorschläge und Finanzierungsfragen etc nicht dem Architekten und/oder dem verantwortlichen Bauleiter sowie den Vertretern der beteiligten Behörden (Bauabteilung der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau in Darmstadt und Landesamt für Denkmalpflege, Marburg) alleine, sondern forderte von diesen Präsenz, fachliche Begleitung und viel Fachwissen heraus. Er mischte sich bewusst und gezielt ein, hinterfragte - und legte sich auch mal quer. Er setzte sich in denkmalfachlichen Fragen gelegentlich auch gegen die Meinung des Kirchenvorstandes und der Pfarrerin durch.

In diesem Sanierungsausschuss arbeite unter anderem der ehemalige Bürgermeister Artur Künkel als Vorsitzender mit, der auch gelernter Bauingenieur ist und bereits Mitglied im Kirchenvorstand gewesen war. Die weiteren Mitglieder waren Günther Ostrowski, Burkhard Schmidt, Wilfried Meyer, Ursula Ostrowski, Norbert Künkel, Willi Petri und Sigrun Bösser. Durch die Besetzung mit fachkompetenten Mitgliedern aus unterschiedlichen Bereichen des Bau- und Finanzwesens, der Öffentlichkeitsarbeit, der Ortsgeschichte und anderen Fachgebieten wurden zeitnahe und verlässliche Entscheidungen ermöglicht, wie sie zum reibungslosen Ablauf bei einer schwierigen und höchst anspruchsvollen Bauaufgabe nötig sind. Gleichzeitig wurde durch gezielte Kommunikation und umfassende Öffentlichkeitsarbeit ein hohes Maß an Akzeptanz weit über die Grenzen der Kirchengemeinde hinaus erreicht, das sich nicht zuletzt in einer bemerkenswerten Bereitschaft zu Mitfinanzierung durch Spenden und andere Zuwendungen ausdrückte.

Der Kreisausschuss würdigt die beispielgebende Herangehensweise des Sanierungsausschusses der evangelischen Kirche in Breidenbach mit der Verleihung des Otto-Ubbelohde-Preises 2007.

Den interessanten und gut vorgetragenen Festvortrag hielt Gerd Kanke mit dem Titel „Leben zu Zeiten der Heiligen Elisabeth“. Er entführte die Zuhörer in das Leben zu dieser Zeit und zeigte auf, was es bedeutet haben muss, Zeitgenosse der heiligen Elisabeth gewesen zu sein. Die Preisverleihung wurde musikalisch bestens umrahmt vom Ehepaar Salzbauer aus Biedenkopf.