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„Taxi? – aber sicher!“ Angenehm und sicher mit dem Taxi oder Mietwagen unterwegs – Gemeinsame Aktion soll Sicherheit im Landkreis erhöhen
(Pressemitteilung Nr. 223/2013 vom 13.06.2013)

Marburg-Biedenkopf/Gladenbach – Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern, die Frauenbeauftragte des Landkreises Claudia Schäfer, Christina Krantz vom Fachbereich Ordnung und Verkehr des Kreises, Ingrid Balzer, Vorsitzende der Frauenkommission des Landkreises, Sabine Schlegel von der JUKO Marburg e. V. und beteiligte Taxi- und Mietwagenunternehmen präsentierten die Aktion „Taxi? – aber sicher!“ am Mittwoch auf dem Marktplatz in Gladenbach. „Die Aktion will aufklären, informieren und dazu beitragen, dass Fahrgäste sicher nach Hause kommen“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern. In einem Flyer, der die Aktion begleitet, wird beschrieben, wie Fahrgäste, aber auch Taxi- und Mietwagenfahrerinnen und -fahrer sich am besten schützen können. Die Fahrgäste sollen auf den ersten Blick erkennen, dass ihr Taxi- und Mietwagenunternehmen bei der Aktion mitmacht.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf beteiligt sich an dieser gemeinsamen Initiative von Taxi- und Mietwagenunternehmen, Beratungsstellen und der Universitätsstadt Marburg, die sich insbesondere an Frauen und Mädchen und auch deren Eltern richtet. Denn: Eine Möglichkeit, abends oder nachts nach Hause zu kommen, sind Taxis und Mietwagen wie Spar- oder Minicars, die Kundinnen und Kunden sicher zum Ziel bringen sollen. Dies gelingt auch in den meisten Fällen. Trotzdem ist diese Sicherheit nicht immer gewährleistet. Das zeigt ein Fall einer Kundin, die im April 2012 von einem Taxifahrer sexuell bedrängt wurde. Gerade Frauen und Mädchen oder deren Eltern sind bei der Wahl des Taxis verunsichert und benötigen ein stärkeres Sicherheitsgefühl. Aber auch Taxifahrerinnen und -fahrer haben einen Anspruch auf eine sichere Fahrt ohne Belästigungen durch Fahrgäste.

Ein Aufkleber an der Scheibe und am Handschuhfach wird zeigen, dass Fahrerinnen und Fahrer über sicheres Fahren ohne sexuelle Belästigung aufgeklärt wurden. Die beteiligten Unternehmen unterschreiben eine freiwillige Selbstverpflichtung, in der sie versichern, dass ihre Fahrerinnen und Fahrer höflich und respektvoll mit den Fahrgästen umgehen und bei Bedarf nach dem Aussteigen der Passagiere warten, bis diese ihr endgültiges Ziel erreicht haben.

Jedes Taxi hat eine individuelle Wagennummer, die bei Anregungen oder Beschwerden angegeben werden kann. Der Aufkleber ist also als eine Art Gütesiegel für eine sichere Fahrt. So wird dem Fahrgast die Wahl des Taxis oder Mietwagens erleichtert. Letztlich ist dies auch ein Aushängeschild für die beteiligten Unternehmen. Mit von der Partie sind aus dem Landkreis: Taxiunternehmen Ulrike Runzheimer (Bad Endbach), Taxi-Henkel GbR (Gladenbach), Taxi Pfaff-Gojic (Kirchhain), Taxiunternehmen Heribert Roth (Bad Laasphe), Taxi Trexler (Neustadt), Taxiunternehmen Elke Brill (Steffenberg) und Taxiunternehmen Heike Kuhl (Fronhausen). Aus der Stadt Marburg beteiligen sich Taxi Schick, Taxi-Ruf Wehrda, „Marburger Limousinen-Service“, Sparcar, Taxi Kazim, Yellow Car, City Taxi und Taxi Mitte.

Die Initiative wurde vom Arbeitskreis „Prävention für Frauen und Kinder“ zunächst für die Universitätsstadt Marburg angestoßen und wird von Taxi- und Mietwagenunternehmen getragen. Unterstützt vom Frauenbüro sowie dem Fachbereich Ordnung und Verkehr des Landkreises Marburg-Biedenkopf und des Kreispräventionsrats erfolgte eine Ausweitung auf den Landkreis. Die Mitwirkenden hoffen nun, noch weitere Taxi- und Mietwagenunternehmen zu gewinnen, die sich an der Aktion beteiligen und insbesondere weibliche Fahrgäste darauf hinweisen.

Nähere Informationen sind beim Frauenbüro (Telefon: 06421 405-1311) und dem Fachbereich Ordnung und Verkehr (Telefon: 06421 405-1583) des Landkreises Marburg-Biedenkopf erhältlich. Der Aktionsflyer mit weiterführenden Informationen findet sich auf der Internetseite des Landkreises unter www.marburg-biedenkopf.de.

Hintergrund:

Sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt beeinflussen die Lebensrealitäten von Mädchen und Frauen. So haben nach einer Untersuchung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 58,2 Prozent der befragten Frauen Erfahrungen mit übergriffigem und belästigendem Verhalten gemacht. Sexuelle Belästigung schlägt sich somit auf alltägliche Lebenssituationen nieder und beeinflusst unter anderem die Mobilität von Frauen. Besonders nachts und bei Dunkelheit gilt es daher das Sicherheitsgefühl zu stärken. Ähnliche Kampagnen fanden schon in Frankfurt und Fulda erfolgreich statt, wo im Zusammenhang mit dem Projekt „Gewalt – Sehen – Helfen“ die „Aktion sicheres Taxi“ veranlasst wurde.

Beteiligt an der Entstehung des Projektes „Taxi? - aber sicher!“ sind folgende Vereine und Institutionen: der Frauennotruf Marburg e.V., Wildwasser Marburg e.V., Wendo Marburg e. V., Kinderschutzbund e. V., JUKO Marburg e. V., pro familia Marburg e. V., das Gleichberechtigungsreferat der Universitätsstadt Marburg sowie das Frauenbüro des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Sie stellten die gemeinsame Aktion in Gladenbach vor: (v. li.) Benjamin Thome und Nicole Henkel (beide Taxi-Unternehmen Henkel), Claudia Schäfer (Frauenbeauftragte des Kreises), Ingrid Balzer (Vorsitzende der Frauenkommission), Katja Weber (Frauenbüro des Kreises), der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern, Sabine Schlegel (JUKO Marburg), Christina Krantz (Fachbereich Ordnung und Verkehr des Kreises) sowie Burkhard Runzheimer (Taxiunternehmen Runzheimer).  Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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Sie stellten die gemeinsame Aktion in Gladenbach
vor: (v. li.) Benjamin Thome und Nicole Henkel (beide Taxi-Unternehmen Henkel), Claudia Schäfer (Frauenbeauftragte des Kreises), Ingrid Balzer (Vorsitzende der Frauenkommission), Katja Weber (Frauenbüro des Kreises), der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern, Sabine Schlegel (JUKO Marburg), Christina Krantz (Fachbereich Ordnung und Verkehr des Kreises) sowie Burkhard Runzheimer (Taxiunternehmen Runzheimer). 
Foto: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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