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Marburg-Biedenkopf ist jetzt Mitglied im bundesweiten Netzwerk Gesunde Städte – Austausch und Zusammenarbeit bei Gesundheitsthemen

(Pressemitteilung 114/2017 vom 16.03.2017)

Marburg-Biedenkopf – Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist jetzt auch Mitglied des bundesweiten Netzwerks Gesunde Städte. Der Sprecherrat des Netzwerkes hat in Hamburg den Mitgliedsantrag beraten und einstimmig die Aufnahme des Landkreises Marburg-Biedenkopf in das Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland beschlossen. Zuvor hatte der Kreistag einstimmig den Beitritt des Kreises zu dem Netzwerk beschlossen. Dem Netzwerk gehören deutschlandweit rund 80 Städte, Gemeinden und Landkreise an.

„Ziele der Mitgliedschaft in diesem Netzwerk sind ein intensiver Austausch und die enge Zusammenarbeit mit anderen Kommunen, um deren Erfahrungen in unsere Arbeit einfließen lassen zu können. Gleichzeitig werden wir gerne unsere Perspektive als Flächenlandkreis in das Gesunde Städte-Netzwerk einbringen“, erläuterte Landrätin Kirsten Fründt. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf habe im Jahr 2016 gemeinsam mit der Universitätsstadt Marburg die Initiative „Gesundheit fördern – Versorgung stärken“ auf den Weg gebracht und damit einen weiteren wichtigen inhaltlichen und strukturellen Schritt gemacht, um die gesundheitlichen Rahmenbedingungen für die Menschen in der Region nachhaltig verbessern zu können, so die Landrätin. Der Beitritt in das Gesunde Städte-Netzwerk sei ein weiteres positives Signal in der Gesundheitsförderung und Prävention an die vielen unterschiedlichen Akteure sowie die Einwohnerinnen und Einwohner im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

„Der Landkreis hat bereits in der Vergangenheit viele gesundheitsfördernde Maßnahmen auf den Weg gebracht. Gute Beispiele sind das ,Marburger Modell‘ zur Gesunderhaltung der Zähne bei Kindern und das Programm ,Menschenskind‘. Gerade das Programm ,Menschenkind‘ hat in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich junge Eltern bei der Entwicklung ihrer Kinder von der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr begleitet“, stellte Dr. Birgit Wollenberg, die Leiterin des Gesundheitsamtes, fest. Außerdem habe der Kreis 2014 die Hessischen Gesundheitspreise für die drei Maßnahmen „Aid-Ernährungsführerschein“ in Grundschulen, Sport für Demenzkranke („Moment“) und „Gesund altern in der Gemeinde Lohra“ erhalten.

„Die Einbeziehung der Menschen in den kreisangehörigen Städten und Gemeinden bei der Umsetzung der Initiative „Gesundheit fördern – Versorgung stärken“ ist von zentraler Bedeutung. Die in den vergangenen Monaten geführten Gespräche des Gesundheitsamtes mit allen Bürgermeistern im Landkreis lieferten erste wichtige Hinweise zu möglichen Bedarfen und Bedürfnissen der Einwohnerinnen und Einwohner“, so Landrätin Fründt, unter anderem die Fragestellung, wie man auch mit zunehmenden Alter gesund leben und seinen Ruhestand genießen kann, ist eine der zentralen Herausforderungen.

In einer ersten Präventionskonferenz mit knapp 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern Ende Januar 2017 hat daher der Landkreis für die drei Lebensphasen „Gesund aufwachsen“, „Gesund bleiben – Mitten im Leben“ und „Gesund altern“ je einen Arbeitskreis ins Leben gerufen. Im Sinne des partizipativen Ansatzes sollen die Gesundheits- und Selbsthilfeinitiativen über die Selbsthilfe-Kontaktstelle Marburg in diese neuen Arbeitskreise integriert werden.

Hintergrund:

Das GESUNDE STÄDTE-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland ist ein freiwilliger Zusammenschluss von rund 80 Kommunen.Die beteiligten Kommunen haben sich mit diesem Netzwerk ein Lern-, Aktions- und Diskussionsinstrument geschaffen, mit dem sie ihre eigene Arbeit im Sinne der GESUNDE STÄDTEKonzeption vor Ort“ unterstützen und bereichern können. Für diese Funktion hat der gegenseitige Informations- und Erfahrungsaustausch eine hohe Bedeutung.

Kriterien für die Teilnahme am GESUNDE STÄDTE-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland:

Städte, Kreise oder Stadtbezirke, die bereit sind, in ihrer Stadt, ihrem Kreis oder ihrem Bezirk  ein GESUNDE STÄDTE-Projekt durchzuführen und sich auf das 9-Punkte-Programm verpflichten, können dem GESUNDE STÄDTE-Netzwerk beitreten.

Punkt 1

Der Rat der Stadt befürwortet die Gesunde Städte-Konzeption und erklärt sich damit gleichzeitig mit den Zielen und Inhalten der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung (1986) einverstanden.

Punkt 2

Die Benennung einer für die kommunale Gesunde Städte-Arbeit zuständigen Person hat verbindlich zu erfolgen.

Punkt 3

Eine ressortübergreifende gesundheitsfördernde Politik ist zu entwickeln. Dafür werden die verschiedenen Politikbereiche und Fachämter über die Gesunde Städte-Konzeption informiert.  Weitere Institutionen (Krankenkassen, Verbände, Bildungseinrichtungen, Wissenschaft, Wirtschaft) sowie Bürgerinitiativen sind in diesen Prozess einzubeziehen. Die Einrichtung entsprechender kooperativer Infrastrukturen (Gesundheitsförderungskonferenz) wird für die Umsetzung einer präventiven Gesundheitspolitik empfohlen.

Punkt 4

Gesundheitsfördernde Inhalte und Methoden sollen bei allen öffentlichen Planungen und Entscheidungen berücksichtigt werden. Dafür sind entsprechende Voraussetzungen zu entwickeln.

Punkt 5

Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass alle Bürgerinnen und Bürger sich verstärkt an der Gestaltung ihrer Lebens- und Umweltbedingungen beteiligen können. Für diese Mitwirkung wird die Schaffung geeigneter Unterstützungs- und Koordinierungsstrukturen empfohlen.

Punkt 6

Verständliche und zugängliche Informationen und Daten sollen den Prozess zu einer gesunden Stadt begleiten (Gesundheits- und Sozialberichterstattung).

Punkt 7

Die Teilnahme an gemeinsamen Treffen mit Delegierten der am Netzwerk beteiligten Städte soll den gegenseitigen Austausch und die Weiterentwicklung der gesundheitsfördernden Aktivitäten gewährleisten.

Punkt 8

Erfahrungen, Erkenntnisse und praktikable Modelle zur Gesundheitsförderung sind an das Gesunde Städte-Sekretariat zur Verbreitung im Netzwerk zu übermitteln.

Punkt 9

Alle 4 Jahre trägt das Gesunde-Städte-Mitglied den anderen Netzwerkmitgliedern seinen Erfahrungsbericht vor, der die Erkenntnisse aus der kommunalen Gesunde-Städte-Arbeit reflektiert. Spätestens nach 4 Jahren werden die zuständigen Gremien in der Stadt (Stadtrat und/oder Fachausschuss/Fachausschüsse) über die kommunale Umsetzung der Gesunde-Städte-Programmatik informiert, um über die weitere Arbeit zu entscheiden.

(Quelle: http://www.gesunde-staedte-netzwerk.de)

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